The Vegan Tag – Wieso, weshalb und überhaupt!

Hallo ihr Lieben!

Schon länger habe ich darüber nachgedacht, auf meinem Blog ein wenig dazu zu schreiben, wieso ich mich für ein veganes Leben entschieden habe, und dann habe ich neulich bei Plant Based Jane den Vegan Tag entdeckt und dachte, diese Fragen zum Thema Veganismus zu beantworten, wäre doch eine gute Möglichkeit dazu.
Die Fragen sind im Original in Englisch, ich habe sie aber ins Deutsche übersetzt.

Los geht’s!

Bist du Veganer*in?
Ja, klaaaar.

Seit wann lebst du vegan?
Am 15. September 2015 habe ich beschlossen, meine Ernährung von omnivor (ich habe wirklich VIEL Fleisch gegessen) auf vegan umzustellen. Bis auf ein paar kleine vegetarische Ausnahmen in den ersten Wochen hat das super geklappt. Der Rest (Kosmetik, Kleidung, Reinigungsmittel, etc.) kam dann nach und nach.

Warum lebst du vegan?
Aus Tierliebe. Ich war immer ein tierlieber Mensch, habe dies aber – wie die meisten Menschen – einfach nicht konsequent umgesetzt. Die meisten Menschen könnten selbst wohl kein Tier töten, unterstützen dies aber täglich mit ihrem Kaufverhalten. Ich war einer von ihnen. Irgendwann habe ich begonnen umzudenken und ich muss zugeben, dass meine (damals zwei) Katzen einen großen Teil dazu beigetragen haben. Ich habe mir wegen jeder Kleinigkeit Sorgen um die beiden gemacht, wollte immer, dass es ihnen gut geht und liebe sie über alles. Immer häufiger habe ich mich gefragt, wer an all die anderen Tiere denkt und wieso ich die einen liebe und streichle und die anderen esse. Dann habe ich beschlossen, mein Leben zu ändern und meinen Konsum nicht mehr über das Wohlergehen der Tiere zu stellen. Wegen mir sollte kein Tier mehr leiden und sterben müssen.

Was war das Schwierigste daran, vegan zu werden?
KÄSE! Es ist leider wahr, dass Käse süchtig macht. Und am Anfang habe ich sicher den ein oder anderen Fehlkauf gemacht, da mir gewisse Dinge nicht so klar waren (Aroma in Chips, unvegane Säfte, Karmin in Lippenstift, usw.). Bis ich da einen Überblick hatte, hat es schon etwas gedauert und das war manchmal etwas frustrierend. Wirklich schwierig waren anfangs aber vor allem die ersten Runden Bullshitbingo. Wirklich JEDER versucht einem, diesen „extremen“ Weg auszureden, weil die Jagd von totem Tier im Supermarkt ja soooo viel natürlicher, gesünder, besser, etc. ist. Das war echt anstrengend, wurde mit der Zeit aber einfacher zu ertragen.

Ist es schwierig, vegan zu leben?
Nein. So oft höre ich: „Ich könnte das ja nicht. Da muss man auf so vieles verzichten.“ In mir herrscht dann ein kleiner Kampf zwischen zwei Valeskas. Die eine brüllt: „DOCH, KÖNNTEST DU, DU WILLST NUR NICHT.“, die andere sagt: „Hab Verständnis, du wusstest es doch auch nicht besser.“ Naja, beide haben Recht. Ich dachte auch, es sei kompliziert. Mir war einfach vorher nicht klar, wie viele Dinge ohnehin vegan sind und was es für die anderen Lebensmittel (Fleisch, Käse, Milch, etc.) für tolle Alternativen gibt. Meine Ernährung ist definitiv abwechslungsreicher geworden als sie es vorher war. Es ist also kein Verzicht, sondern ein Gewinn. Auch in den anderen Bereichen (Kleidung, Kosmetik, etc.) gibt es ganz tolle vegane und tierversuchsfreie Produkte.

Machst du ab und an Ausnahmen oder nimmst Dinge nicht so genau? (kaufst/benutzt z.B. nicht-vegane Dinge)
In den ersten Wochen habe ich (wie eben schon geschrieben) ein paar vegetarische Ausnahmen gemacht. Die kann ich aber an einer Hand abzählen. Mittlerweile kommt das nicht mehr vor. Ich habe seit fast 2 Jahren kein unveganes Produkt mehr gekauft (abgesehen von meiner Impfung, auf die möchte ich nicht verzichten). Unvegane Kosmetik brauche ich teilweise noch auf, manches habe ich aber auch verschenkt. Neue Einkäufe gibt es nur noch vegan. Genauso bei Kleidung. Ausnahmen würde ich nur bei Medikamenten machen, wenn dies nötig ist. Aber auch da erkundige ich mich immer zuerst nach einer veganen Alternative.

Wie gehst du mit Menschen um, die nichts von Veganismus halten?
Das kommt ganz darauf an. Wenn es Menschen sind, die mir nahe stehen und die sich entsprechend kritisch äußern, dann sage ich da schon meine Meinung. Ansonsten halte ich aber eher meine Klappe, denn bei Menschen, die sich absolut nicht belehren lassen wollen, kommt man eh nicht weiter. Im Allgemeinen versuche ich eher mit Vorleben und vor allem mit leckerem Essen zu „missionieren“. 😀

Was hältst du von Vegetarismus?
Für viele ist Vegetarismus eine Vorstufe zum Veganismus und als solche finde ich das absolut gut. Wenn es beim Vegetarismus bleibt, muss man allerdings klar sagen, dass das nicht besonders viel bringt. Für einen vegetarischen (und nicht veganen) Aufschnitt vollgepackt mit Hühnerei leiden z.B. deutlich mehr Tiere als für einen Fleischaufschnitt. Wer Milchprodukte zu sich nimmt, ist genauso mitverantwortlich für den Tod eines Kalbes wie ein Fleischesser. Aber wie gesagt, für viele kann eine vegetarische Ernährung ein guter Start in ein tierleidfreies Leben sein.

Was ist dein veganes Lieblingsprodukt? (Nenne so viele du möchtest!)
Lebensmittel: SimplyV Schmelzgenuss („Reibekäse“), Creme Vega, Minz Oreos, Eat Real Quinoa Chips Sour Creme & Chives, die Fleischersatzprodukte von Wheaty, Schlagfix,…und LINSEN, QUINOA, CHAMPIGONS, CASHEWMUS, PEANUTBUTTER! 😀
Kosmetik/Haushalt: Beauty-Öl von Balea, Lipsticks und Eyeshadows von Kat von D, Weichspüler von Frosch
Kleidung: Handtaschen von Fritzi aus Preußen, Schuhe von British Knights, alles mögliche von Killstar.

Was ist deine Meinung zu Fleisch- und Milchersatzprodukten?
Ich konsumiere beides, aber bei weitem nicht in der Menge, in der ich vorher Fleisch und vor allem Käse konsumiert habe. Wenn man einmal davon weg ist, braucht man den Ersatz nicht unbedingt und die Produkte sind (genauso wie die Originale) nicht wirklich gesund. Bei Grillfesten z.B. greife ich aber gern zu Fleischersatz und wenn ich Pizza mache, darf es auch gern etwas SimplyV sein. Ich finde die Produkte sehr lecker, aber versuche, sie in Maßen zu genießen. Für die Umstellung sind diese Produkte aber sehr hilfreich und absolut empfehlenswert. Den Hauptbestandteil einer veganen Ernährung sollten sie jedoch nicht darstellen. Da greife ich lieber zu Linsen, Kichererbsen, Gemüse, Quinoa, Reis, Kartoffeln, Nudeln, Nüssen usw.

Was sagst du zum Thema Palmöl?
Ich versuche, möglichst wenig Palmöl zu konsumieren und wenn, darauf zu achten, dass es faires Bio-Palmöl ist.

Fühlst du dich von anderen Veganer*innen manchmal verurteilt? Wie gehst du damit um?
Oh ja. Ich sag nur “ Vegane Facebookgruppen“…diese sind manchmal zwar sehr hilfreich, können aber auch der Horror sein. Da gibt es immer den ein oder anderen Superveganer, der immer alles richtig macht. Da gehe ich einfach nicht mehr drauf ein. Wie wollen wir andere Menschen überzeugen, wenn wir uns sogar gegenseitig zervleischen? (sorry, der musste sein, haha)

Hast du Spaß daran, Veganer*in zu sein?
Absolut. Ich habe das Gefühl, mehr ICH zu sein. Ich bin nicht tierlieber als vorher, ich setze es nur konsequent um. Und das macht Spaß. Ich habe dadurch so viel gelernt, so viele neue Dinge entdeckt und neue tolle Menschen kennengelernt. ❤

Ergänzung: Welchen Tipp würdest du Menschen geben, die darüber nachdenken, vegan zu werden?
Seid nicht zu streng mit euch selbst! Viele geben direkt wieder auf, weil sie merken, dass sie es nicht sofort 100%ig hinbekommen. Versucht es einfach und wenn ihr zwischendurch schwach werdet, gebt nicht sofort auf. Wenn ich das schaffen kann, kann das wirklich jeder. 🙂
Und schaut euch die BOSH Videos auf Facebook an!

Ergänzung: Wer sind deine Lieblingsblogger/-youtuber? Von wem würdest du die Antworten auf diese Fragen auch gerne einmal hören/lesen?
Lunar Jess
Sarah Sorceress
Jacko Wusch
ItsColeslaw
Ira Vampira
Der Artgenosse

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2 Gedanken zu “The Vegan Tag – Wieso, weshalb und überhaupt!

    • valeskasvunderland schreibt:

      Hey! 🙂

      Nach jetzt über 2 Jahren kann ich mir ein nicht-veganes Leben nicht mehr vorstellen. Ich weiß jetzt ja, dass es problemlos ohne Tierprodukte geht.

      Nein, Nicht-Veganer sind nicht automatisch schlechte Menschen. Ich war ja selbst einer und bin jetzt im Grunde kein besserer Mensch als damals. Ich setze meine (auch damals vorhandene) Tierliebe wie gesagt einfach nur konsequent um. Wir wachsen leider in einem System auf, das uns von Anfang an beibringt all das zu verdrängen. Das ist eher das Probleme als die einzelnen Personen. Google mal nach Karnismus. Das erklärt ganz gut, warum wir so handeln. Wenn man das einmal kapiert hat und da nicht mehr mitmachen will, ist das ganz einfach und man will nicht mehr zurück.

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